Von der Kunstgeschichte zur Via d'Azeglio: wie ich Taschendesignerin wurde
Es gibt einen Geruch, den ich nicht vergesse. Den der Lederhandtaschen meiner Mutter, wenn ich als Kind ihren Schrank öffnete. Das trockene Geräusch der Verschlüsse. Und jenes ovale Cameo auf dem Nachttisch, über Generationen weitergegeben.
Gamberini Bag ist aus diesen drei Erinnerungen entstanden. Die dritte hat die anderen beiden verändert.
Bologna und die Kunst als Kompass
Ich habe Kunstgeschichte am DAMS studiert, der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bologna, der ältesten der westlichen Welt. Sie hat mich gelehrt, Objekte zu lesen: hinter jeder Form den Sinn zu suchen, zu verstehen, warum manche Dinge bleiben und andere verschwinden.
Danach habe ich jahrelang Ausstellungen zeitgenössischer Kunst kuratiert, für Institutionen und für Private. Ich erzählte die Geschichten anderer, bis ich meine eigene schreiben wollte.
Der Funke: meine Tochter Nina
Nina hat mir den Anstoß gegeben. Mutter zu werden hat verändert, wie ich die Zeit betrachte und wie ich sie nutze: wenn ich etwas aufbauen wollte, musste ich jetzt anfangen.
2014 habe ich Gamberini Bag gegründet. 2015 habe ich das Geschäft in der Via d'Azeglio 5/A eröffnet, im Herzen von Bologna. Seither ist es mein Zuhause.
Die Cameo, die nicht stillsteht
Die Cameo meiner Mutter wurde weitergegeben: sie wechselte einmal die Hand, in einem ganzen Leben. Das kam mir wenig vor.
Die Gamberini Cameo wechselst du selbst, wann du willst. Derselbe Gegenstand, den man einst erbte, folgt dir jetzt, während du dich veränderst: am Morgen, mit der Jahreszeit, mit der Stimmung.
Ich folge keinen Moden. Ich erzähle, wer du bist.
Jede Tasche kommt aus den Händen von Handwerkern wenige Kilometer von hier und trägt zwei Geschichten in sich: meine und die der Hände, die sie genäht haben.
Die dritte schreibst du.